Cat Deal: Die Kunst zu stehlen - Kate Frey

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Cat Deal | Die Kunst zu stehlen | Band 1 | Kate Frey | 320 Seiten | Ueberreuter Verlag 
 | erschienen am 17. Februar 2017
Print: 14,95 € Ebook: 12,99 € | Kaufen? Bei Amazon, beim Verlag
Vielen Dank an den Ueberreuter Verlag für dieses wundervolle Rezensionsexemplar

Cat Deal ist eines der Bücher, die sich jeder irgendwie wünscht. Eine Protagonistin, die sich gewaschen hat. Taff und intelligent. In kein Raster passend. Eine klare Leseempfehlung.

» Der Inhalt «


Name: Cat – Geburtsname: unbekannt – Eltern: unbekannt – Wohnort: London – Geschlecht: weiblich – geschätztes Alter: 16 Jahre – Körpergröße: 1,63 Meter – Haarfarbe: variiert – Augenfarbe: graublau – Beruf: Diebin 
 So sähe der Steckbrief für die Most-Wanted-Fassadenkletterin der britischen Hauptstadt aus – wenn es denn einen gäbe. Doch die Londoner Polizei hat keine Ahnung, dass die spektakulärsten Einbrüche seit der Bling-Ring-Gang von einem 16-jährigen Mädchen verübt werden …
Etwas, das mit ihrer verschollenen Mutter zu tun hat ...

Quelle: Ueberreuter
» Das Fazit «

Cat Deal ist eines der Bücher, das vollkommen aus dem Raster fällt. Für mich ist es eines der Bücher, von denen viele sich wünschen, dass es sie geben würde.
Ein Buch, bei der es weniger um die Liebensgeschichte geht, ein Buch, mit einer taffen, selbstsicheren Protagonistin und ein Buch, bei dem die Aktion nicht zu kurz kommt?
All das vereint dieses Buch in sich.
Ich muss aber gestehen, dass ich gerade diese Erwartungen nicht hatte. Ich dachte am Anfang an eine seichte Geschichte, die vielleicht hier und da ein paar nette Rundungen und Aktionszenen hat, aber das, was ich bekommen habe, übertraf meine Erwartungen bei Weitem und das durchaus im positiven Sinne.
Am Anfang hatte ich ehrlich gesagt ein kleines Zugangsproblem. Auf mich wirkte Cat rebellisch, sie wollte anders sein, als andere. Wollte auffallend unauffällig sein, trägt ihre Haare kurz und denkt sehr weit für ihr Alter. Mit 16 denken viele an Partys, Jungs und Alkohol, nicht aber Cat. Sie ist im Kopf viel älter, als sie eigentlich ist. Gerade das war überraschend, denn hat man doch in diesem Genre häufig das Phänomen, dass die 16-jährigen sich auch wie ihre Altersgruppe benehmen - gerade das hat mir am Anfang einige Probleme bereitet, denn sie wollte so gar nicht zu meiner ersten Vorstellung bei ihrem ersten Raub passen. Doch ich lernte sie näher kennen. Verstand mit der Zeit ihre Ansichten und ihre Abneigungen. Verstand ihre rebellische Art und ihre Denkweise. Ich begann wie sie zu denken, begann Diebstähle, die die Welt noch nicht gesehen hat, für einen guten Zweck, ohne mich jemals aus meinem Bett bewegt zu haben.
Besonders hervorheben möchte ich hier, dass es sich um keine klassische Diebes-Liebes-Geschichte handelt. Diese Geschichte ist anders, tiefgreifender, mit der Moralkeule, die es in sich hat.
In diesem Buch werden Dinge wie das Dark Net angesprochen. Dunkle Seiten, abseits des "normalen" Diebstahls, die sich mit dem illegalen Handel von Dingen beschäftigt, die als verschollen gelten.
Insbesondere die Wandlung, die Cat durchmacht, von einer einfachen Diebin zu einer, die wirklich etwas bewegen kann.
Ich bin begeistert.  Eine ehrliche Diebin, kann es so etwas geben? Nach diesem Buch sage ich ja. Manche Menschen besitzen Dinge, die ihnen gar nicht gehören. Doch die Gerechtigkeit siegt... früher - oder später und trägt einen Namen. Cat Deal.
Gelungen fand ich zudem, dass gewisse Verteidigungstechniken mit in das Buch integriert wurden. Wie kann ich mich von einem Mann losreißen? Trete ihm in die Eier.... - eine der Szenen, bei denen ich wirklich lachen musste. Dennoch gibt es wichtige Tipps und ernste Themen, die vor allem die Frauen unter uns sehr interessieren dürften und gerade das fand ich sehr gut. Nicht alles ist Fiktion und das Vermischen der "Was wäre, wenns..." fand ich einfach toll. Spätestens bei diesen Dingen hatte mich Cat als ihr zweites Ich. Ich habe mitgedacht und mitgerätselt. Habe mitgelacht und die Anspannung gespürt.
Schade jedoch fand ich, dass mitten im Buch auf ein Mal eine Verliebtheit seitens Cat angedeutet werden musste. Ehrlich gesagt hat mich das mehr als überrascht. Es kam für mich ohne Vorwarnung ala: Zack und sie ist verliebt. Das wiederum hat mir ehrlich gesagt nicht so gut gefallen.
Die Story lebt für mich von der Andersartigkeit, von der Realität in der Fiktion und hätte super gut ohne die Liebesgeschichte auskommen können, die mich zum Teil irritiert hat. Sie ist verliebt, dann wird das Thema nicht mehr angeschnitten und danach ist das Thema wiederum so präsent, dass ich als Leser den Eindruck hatte: Es ist nicht Cat, die verliebt sein will, denn sie sträubt sich in meinen Augen dagegen. So als wollte sie sagen: Mein Job ist mir wichtiger, auch wenn ich da vielleicht Gefühle gehabt hätte - lasst mich erst einmal meine Vergangenheit und meinen Job ordentlich richten, ehe ich darüber nachdenken kann und möchte.
Besonders mit diesem Ende wurde wieder ein Mal klar, dass auch junge Frauen nicht nur emotional reagieren, sondern auch rational denken und entscheiden können.

Für mich ist dies ein Buch, in dem viele der Wünsche verarbeitet wurden. Eine ganz klare Leseempfehlung und nach dem Ende muss ich unbedingt wissen, wie es weiter geht.
Ich hätte jedoch gut und gerne auf die Liebesandeutung verzichten können, da die Geschichte auch ohne sie spannend, mit Humor und viel Intelligenz und wissenswerten Details geschrieben wurde.
Cat hat in meinem Herzen meine Räuberregion aktiviert und wird dort ganz klar einen Platz haben.

Auf bald, Cat. Auf viele weitere Diebstähle und Dinge, die Einiges bewegen werden. Das Wasser ist tief, es warten noch viele Fische auf uns.

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