Ich sollte seriös sein, aber...

April 06, 2016


Blogger werden immer professioneller. Was ein Mal als Spaß  oder Freizeitbeschäftigung angefangen hat, wird immer mehr zum Beruf.
Weiße Blogs, professionelle Fotos, seriöse und ernste Texte.
Literaturblogger sein, ist weitaus mehr, als bloß ein Foto machen und zeigen, welche Bücher man bekommen hat...
Und dann, ja dann gibt es da noch solche wie mich...


Es fängt mit dem Design an...


Das Design ist wohl das Aushängeschild eines jeden Bloggers.
Es soll die Themen wiederspiegen, um die es geht, hervorstechen aus der Masse und gleichzeitig die Persönlichkeit wiederspiegel,
Wie aber bringt man das unter einen Hut?
Ein gewisser Wiedererkennungswert wird erwartet.
Jeder möchte ja sagen: Ach, der Blog mit...
Die meisten Blogs auf Facebook und Co. lassen die Header und Banner basteln. Kurz sollte es sein. Prägnant und doch kreativ und interessant. So, dass man auf den Blogs hängen bleibt.


Weiß wird von Vielen gerne gewählt, denn weiß ist zeitlos und gleichzeitig neutral. Lässt sich also gut mit anderen Farben im Titelbild verknüpfen und stiehlt keinem die Show.
Zudem macht es den ganzen Blog recht seriös. 

Generell einfarbige Blogs strahlen eher Seriosität und Ernsthaftigkeit aus, als Blogs, die rosa Herzchen mit lila oder grünen Farben mischen.
Man sollte also nicht nur nach Geschmack, sondern auch nach Komplementarität aussuchen.

Nie zu viele Farben und nie zu bunte.
Akzente setzen ist da wohl das Stichwort.

Wer mich und meine Seite kennt, weiß, dass wir so das komplette Gegenteil von dem machen, was ich eben beschrieben habe.
Wir sind grau, grün, braun, rot, weiß unterwegs. Soviel zu der Einfarbigkeit und Seriosität.
Meine Titelbilder? Zeigen wohl eher weniger jedes Mal, worum es geht. Sind bunt oder dunkel...was für Manche schon zu düster sein kann. Aber wir sind echt (also ich und mein Blog. Ein Haufen an Verrücktheit und Fantasie).
Und darauf kommt es dann doch auch an, oder?


Texte...

Da kommen wir auch schon zum nächsten Punkt, der einen großen Teil der Ernsthaftigkeit eines Blogs ausmacht.
Ernste Themen, seriöse Rezensionen, wenig Smilies und objektives Schreiben. Das steht dort an erster Stelle.
Die Allgemeinheit ansprechen und Themen benutzen, die Manche/Viele interessiert und bewegt.
Fremdwörter, die dem Ganzen die richtige Würze geben.

Ich persönlich liebe solche Blogs und bin zum Teil auch wirklich begeistert, wie es Menschen in meinem Alter (also ab 20) schaffen, sich so seriös zu verkaufen.
Das jedoch hängt vermutlich weniger mit dem Thema, als viel mehr mit der Artikulation und Schreibweise zusammen (und das erfordert schon ein wenig Planung,...die ich nicht habe).

Interessant, neuartig und aufschlussreich sollte es sein. Gleichzeitig aber etwas individuelles und gleichzeitig seriöses haben. Die Leute sollen ja auch glauben, man wisse wovon man spreche (was man nicht immer hat, da Buchempfehlungen meistens mit dem Herzen, weniger mit dem Kopf geschrieben werden).

Ich sage nur: Neuerscheinungen und Rezensionen.
Neutral, ernst und voller Informationen. Ohne zu spoilern und gleichzeitig ein so interessanter Schreibstil, dass man dennoch den Eindruck hat, immer mehr zu erfahren, ohne gleich das ganze Buch zu kennen. 
Einige Blogger können das wirklich (ich gehöre wohl eher nicht dazu...). Ich möchte alles gleich erzählen, sagen warum sie es lesen müssen und wer mein Bookboyfriend ist (wenn es denn Einen gibt...)

Bei mir sind Texte sind nicht wirklich durchgeplant, sondern meistens einfach aus dem Bauch heraus geschrieben.
Buchempfehlungen sind eher emotional, als objektiv und Fremdwörter?...Was sind Fremdwörter?
Wenn ich jemals eine solch seriöse Rezension zu stande bringe, wie manch anderer Blogger, dann gebe ich eine Runde Sekt aus. Aber das passiert vermutlich nicht mehr in diesem Leben. Man muss sich seine Schwächen aus mal eingestehen.

Professionelle Bilder

Seriosität und Professionalität wird vor allem, meiner Meinung nach, durch scharfe, schöne Fotos unterstützt.
Wir kennen die Bookstagramer gewiss alle, mit ihren perfekten Bücherfotos und Texten, die passend zum Bild gewählt wurden.


Deko und andere Bücher, die dazu passen, geben dem ganzen Buch die perfekte und interessante Note.
Manchmal, wenn ich motiviert bin, mache ich so etwas auch.
Zu 99% der Zeit bin ich allerdings faul oder im Alltagsstress (Ja, auch STUDENTEN können Stress haben, auch wenn der dann darin besteht, dass das Nutella schon wieder leer oder die Jogginghose unauffindbar ist...).
Handyfotos. Fotos, die Rauschen oder ein wenig verwackelt sind. Fotos, deren Perspektive nicht 100% genau ausgerichtet ist.
Jap, willkommen auf dem Blog von Anna.

Wisst ihr, wie viel Arbeit in einem solchen Foto steckt?
Richtige Deko. Richtiger Untergrund. Richtige Position. Und glaubt mal ja nicht, dass die Deko immer dort bleibt, wo sie hingehört oder Taschenbücher auf den Seiten stehen bleiben, das wäre doch zu einfach.
Denn schnell kann so etwas auch so aussehen:



Viel zu hell und der Winkel ist auch natürlich total perfekt getroffen. Wo ist nochmal der "goldene Schnitt"?
Achso, und wer will schon das Cover sehen? Blume oben drauf- und gut...
Soviel dazu....

Selfies ist wohl auch ein Stichwort. 
Aber auch hier gibt es ein...ABER? Auch Selfies können anstrengend sein. 30.000 Fotos und 29.999 gelöschte später, hat man dann EINES, das man gut findet...bei dem frau dann auch wieder etwas findet, was nicht passt.
Zumindest geht es mir so.
Vor allem: Wie setze ich bitte das Buch in Szene, ohne irgendwas wegzuschnibbeln?
Entweder halbes Buch weg, oder halbe Stirn. Beides passt bei mir bei einem Handyfoto (dessen Zoom leider sehr dicht ist) nicht drauf.
Schwund ist wohl überall.
Einen halben Ausraster bekommen, gehört übrigens auch dazu.
Denn es wäre auch zu einfach, wenn alles direkt funktionieren würde. Hat man den richtigen Winkel gefunden, dann wackelt man mit dem Handy zu doll oder der Arm wird lahm.
Oder man hat einen Bad-Gesichts-Day... wir wissen alle, was das bedeutet...

Ich ziehe meinen Hut vor allen, die die schönen Fotos schießen und jeden Tag davon Eines posten. Die Arbeit dahinter ist enorm und ich?
Ich bin einfach ein fauler Student und schlafe lieber, als zu arbeiten, ja ja.




Doch macht einen Blog nur das seriös? Schöne, scharfe Fotos? Ernste Texte?
Ich sage: Auch, aber nicht nur. Es ist ein kleiner Teil dessen, ja.
Wenn wir die Menschen an sich nicht kennen, nehmen wir sie dementsprechend als ernst und seriös wahr, denn Design, Texte und Fotos sind nun Mal das, was man im Internet zuerst von einer Person zu sehen oder lesen bekommt.


Was macht einen Blog dann noch seriös und ernst?

Ich denke, dass das nicht nur, wie oben beschrieben, mit dem Design, den Texten oder Rezensionen und Fotos zusammen hängt. 
Es geht auch um das Auftreten. Wie verkauft und gibt man sich?
Möchte man Bücher nur verkaufen, oder will man sie wirklich Anderen ans Herz legen?
Genauso können Handyfotos, die verrauschst sind, wesentlich mehr Liebe transportieren, als das perfekte Buchfoto, denn es zeigt, dass der Mensch nicht perfekt ist.
Das er nicht perfekt sein will und muss, um gewisse Dinge zu vermitteln.
Genauso kann das Foto das Schönste und der Text der Seriöseste sein, wenn der Mensch aber an sich unsympathisch ist, macht das weder das Foto noch der Text wieder wett.
Denn nicht nur im Real Life ist es so, dass Charakter die Schönheit oder Seriosität  bestimmt, sondern auch im World Wide Web. Im Internet einfach ein Mal stumpf das Auftreten durch Schreibart und 
-stil definiert. Nicht zuletzt dadurch wie man über Andere redet.
Ich kann hinter dem Rücken lästern, ich kann es Demjenigen oder Derjenigen auch einfach ins Gesicht sagen. Lieber ehrlich und direkt, als verlogen und hinterlistig.

Ich kann auch mit Jogginghose und Schlabbershirt, die beste Rezension meines Lebens posten und genau DAS als Bild benutzen und die Leute können es lieben.
Genauso kann ich aber auch die beste Rezension mit den schönsten Fotos posten, das aber nicht gut ankommt,
 wenn ich den Ruf der "Hinterm-Rücken-Mecker-Tante" weghabe, weil alle wissen, dass ich über Andere hinter ihrem Rücken lästere.

Es gibt also immer zwei Seiten.
Genauso wie das banalste Foto, mitten aus dem Leben, das Foto sein kann, mit dem ich mich am besten identifizieren kann.
Jeder kennt wohl die Sortier-Probleme im Regal.
Oder die: Zu wenig Geld 
Mitte des Monats Probleme, bei einer Wunschliste von gefühlt 10.000 Büchern.


Letzten Endes ist es also nicht nur das, was man schreibt oder wie man es schreibt, sondern auch sein Ich selbst. Die Kombination aus Allem macht den Blog letzten Endes zu etwas Besonderem und sorgt für den richtigen Wiederereknnungswert.

Dementsprechend braucht ihr keine Angst haben, zu "unseriös" zu wirken, denn wenn ihr ihr selbst bleibt und zu dem steht, was ihr sagt, wie sollt ihr dann unseriös wirken?
Ich mache mit meinem Blog vermutlich genau das Gegenteil von dem, was auf den ersten Blick seriös wirkt...und doch gibt es euch Menschinnen und Menschen, die mein Geschriebenes lesen D: 
Nicht alles muss immer perfekt oder durchgeplant sein, um ernstgenommen zu werden, auch wenn planen an manchen Stellen ratsam ist....sonst sitzt man 4 Stunden an einer Rezension....neiiin ich spreche nicht aus Erfahrung. ....neiiiin

(Und das sogar mit Smilies im Text..)

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