Über das Leben eines Buchbloggers...

März 22, 2016




Facebook, Instagram, YouTube und Co. bietet den Bücherfreunden, Schreiberlingen und Süchtigen eine gute Möglichkeit, ihre Leidenschaft mit Anderen zu teilen.
Die Community ist groß und stetig wachsend. Jeden Tag kommen eine Vielzahl von Menschen hinzu, die genau diese Leidenschaft teilen.


Arbeit, Studium, Ausbildung oder Schule. Der Alltag verlangt uns allen etwas ab. Doch nun kommt das Bloggen hinzu.
Gegen Mittag wird es so langsam Zeit, ein Lebenszeichen von sich zu geben. Denn wenn die Leser des Blogs, oder des Profils eines Mögen, dann die Regelmäßigkeit.
Klingt banal, dennoch mit einiger Arbeit und gewissen Verpflichtungen verbunden, was auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich ist.
Der Druck auf die Blogger steigt. Ein gewisser Standard wird von den Posts und Fotos schon erwartet.
Die Bilder sind zu voll oder zu unscharf? Posts uninteressant? Nächster Blog.
Bei solchen Dingen ist es dann auch egal, ob der Blogger aktiv regelmäßig postet, oder nicht.
Die Information und die Qualität macht´s.
Man möge mich dennoch nicht falsch verstehen, denn würde das Bloggen und Fotos schießen keinen Spaß machen, würde vermutlich keiner von uns einen Blog, Seite oder Profil haben.

Wer sonst setzt sich schon Mal Stunden an ein einziges Foto oder an einen Post, nur um zu überlegen, wie ein gewisses Buch gut beschrieben oder in Szene gesetzt werden könnte?
Wer würde sich sonst die Mühe machen, die Impressionen aufzuschreiben und ganze Zitate zu markieren, wenn es keinen Spaß machen würde?

Zugegeben, gleichermaßen steigt auch der Druck, solche Posts und Fotos regelmäßig in einem gewissen Standard abzuliefern. Denn Leseratten sind hungrig und der Hunger nahezu unstillbar.


Dieses Ding mit der Planung...

Kreative Bilder, Posts und Veranstaltungen.
 Das ist das, was einen Blogger meistens ausmacht.
Doch schaut man hinter die Kulissen, merkt man schnell, das die meisten Beiträge weniger wochenlanger Planung bedürfen, sondern vielmehr aus dem Alltag des Bloggers stammen.
Impressionen, Buchempfehlungen oder auch die kurze Vorstellung sind meistens Sachen, die Einem spontan einfallen (doch zugeben möchte es meistens keiner).
Ebenso wie das Umräumen eines Regals, während man (mal wieder) Staub wischt.
Besonders bei den fiesen Dingern, die sich Leseflauten nennen, ist Kreativität gefragt. Ein Bücherblog ohne Bücher? Wo kämen wir denn dort hin?!
Panik? Nein. Ein Blogger ist immer für spontane Dinge zu haben. (oder hat sich eine Liste mit zig alternativen Beträgen gemacht, aus denen er jetzt schöpfen kann....*hust*)

Jetzt kommt allerdings das ABER...wer Rezensionen schreibt, weiß, wie lange man zum Teil an einer einzigen Rezension sitzen kann, ehe man wirklich zufrieden ist.

Wer dort nicht weiß, was er schreiben will, sollte sich definitiv vorher Gedanken darüber machen, was man sagen möchte (sonst endet man wie ich und sitzt an einer Rezension 3 Stunden, da nichts zusammenpasst.) 
Manchmal schadet eine gewisse Orientierung also nie (ich ziehe den Hut vor Bloggern, die sich ganze Pläne zusammenschreiben und sich so gut organisieren, dass sie wissen, was sie wann posten wollen und bis wann sie welche Rezension fertig haben müssen).
Besonders bei Grenzen für Rezensionen empfiehlt es sich, einen gewissen Überblick zu behalten. 
Sonst ist man leider schneller weg vom Fenster, ehe man Rezensionsbücher überhaupt denken kann.


Fotos  und andere Katastrophen...

Davon können wohl vor allem die Instablogger ein Lied singen.
Wie setze ich das Buch am besten in Szene? 3 Stunden und 500 Fotos später, sitzt man weinend vor den Büchern und ist kurz davor, alles in die Ecke zu pfeffern, weil nichts so ist, wie man es haben möchte.
Wer also glaubt, manche Fotos seien in 4 Sekunden entstanden, den muss ich an dieser Stelle wohl enttäuschen.
Zuerst wird alles, was nicht aufs Foto gehört, in die hinterste Ecke geräumt. Klamotten aus dem Weg gezerrt und Deko, die man für Sinn frei hielt, herbeigeholt.
Dann muss natürlich geklärt werden, welcher Untergrund in Frage kommt. Holz? Bett? Tücher? Bücherregal? Beine? 
Ist das geklärt, wird überlegt, was von den 3 Kilo Dekokram man jetzt noch mit auf das Bild packt, ohne das es zu überladen, oder fehl am Platze wirkt. 
Es soll ja zum Gesamtbild passen.
ABER: Selbst wenn das geklärt ist, ist das nicht die Garantie für ein gutes Foto.
(Ich sag nur, Tee oder Kaffee im Bett und hoffen, dass es stehen bleibt ist nie eine gute Idee.)
Pannen sind vorprogrammiert.
Die Tasse kippt um. Die Blume tropft am Stiel vom ganzen Wasser auf das Buch.
Die Brille spiegelt. 
Bücher kippen um. Das Bein liegt falsch. Der Fuß verkrampft. Posen sind unbequem. Glitzer liegt verkehrt. Kerzen stehen falsch. Flecken fallen erst auf dem PC Bildschirm auf.

So kann es dann aussehen, wenn man mit einer Hand versucht, die Spiegelreflex über den Kopf zu halten, ohne Bildschirm, und nichts sieht.
Erst dabei merkt man, wie schwer eine solche Kamera überhaupt sein kann.


Wie das Ganze aussieht?

← SO. Und selbst um diese Pose zu fotografieren, habe ich eine zweite Kamera und 300 Fotos gebraucht, um ansatzweise zufrieden zu sein.

Hier spricht der Perfektionist aus uns.

Nicht alles, was auf Fotos so toll und schön aussieht, ist es auch.

Die Posen sind unbequem, man versucht sich in den unmöglichsten Positionen zu halten. Und alles was man davon hat, ist ein Krampf im Hintern, weil das Anspannen der Muskeln schon alles abverlangt hat.

Macht euch also keine Vorwürfe, wenn es nach 2 Fotos immer noch nicht so aussieht, wie man es sich vorstellt. Spätestens nach 500x hin und her rennen, 480x Bücher richten und Tee festhalten, ist dann auch das EINE Foto da, das man dann auf Instagram oder Facebook posten möchte.

Das Horten von Deko und Fan-Artikeln...

Wer dachte, dass Deko unnütz sei und Fanartikel nur was für die Eingefleischten, hat sich definitiv geirrt.
Wie oben schon gesagt, ist die Deko für Buchfotos das A und O, neben den Büchern (natürlich).


 Wer Paranoia vor Kerzen hat, wird sie spätestens jetzt lieben lernen. Es gibt nie zu viele Kerzen auf einem Foto.
Neben Kerzen sind auch Funkos oder echte Blumen sehr beliebt. NICHTS geht über Grünzeug auf einem Foto. Das lässt das Ganze lebendig wirken. 
Allerdings sollten die Farben der Schnittblumen halbwegs zum Buch passen oder Komplementärfarben sein. Sonst beißen sich die Farben auf dem Foto.

Neben Blumen sind auch Brillen und Uhren beliebte Accessoires .

Nichts zur Hand? Kein Problem. Kuschelsocken, Kuscheldecke, Tee (wahlweise Kaffee) ein Buch und die richtige Perspektive ergeben DAS ultimative Foto-Ergebnis.

Zu viel flausch-flausch?
Dann tut es auch ein Untergrund mit Buch. Dekoration dazu können Stifte, Geschenkband oder anderer Kleinkram sein, den ihr in euer Wohnung auftreiben könnt.

Also: HORTET DEKO. Ihr könnt sie nachher gebrauchen.
Eurer Fantasie ist in der Hinsicht keine Grenze gesetzt.

(PS. Verzweifelt nicht, nur weil es beim ersten Foto nicht klappt. Wir sind alle nicht perfekt und nach 4 Stunden und 500 Fotos, werdet ihr DAS Foto schon finden! Ich glaub da an euch.)


Ein Blogger sein...

...ist also nicht nur rosa rot und kunterbunt. Aber es macht Spaß und in Allem steckt Liebe und Schweiß. 
Was am Ende des Tages bleibt, sind nicht die Likes, oder Klicks, sondern die Liebe zu der Buch-Community (lassen wir die Tee- und Kaffeeflecken mal außer acht, genauso wie die angeschlagenen Knie und Zerrungen in den Beinen und Rücken...oder die Schweißflecken auf dem Boden....).
Durch das Bloggen habe ich so viele nette und liebe und verrückte Büchersüchtige kennen lernen dürfen und möchte keinen Einzigen davon mehr missen.
Ihr macht den Blog erst zu dem, was er heute ist.
Ansporn und Liebe ist das, was ein Blogger wohl braucht, sollte er sich ein Mal in einem Tief befinden.
UND verzweifelt nicht, nur weil ihr manchmal nicht das erreicht, was ihr erreichen wollt. Geduld ist das Stichwort und Kreativität.
Achja und die Liebe zu anderen Büchersüchtigen. NATÜRLICH.


Ihr merkt also, bloggen ist nicht immer einfach. Aber was im Leben ist schon einfach? Man bekommt ja immerhin nichts geschenkt...(außer Liebe).
Letzten Endes kann man auf das stolz sein, was man erreicht hat.
Denn alles, was ihr macht, ist ein Teil von euch!


Ispiration: Das Tief eines Buchbloggers, das wohl jeder ein Mal kennt, wenn man keine große Lust mehr hat zu bloggen und nur noch Schwarz sieht...

Das könnte interessant sein

6 Kommentare

  1. Schöner Beitrag :) Ich ziehe auch meinen Hut vor allen die sich gut organisieren...mir fehlt das manchmal...aber ich will auch gar nicht professional wirken xD sonst nimmt mich nachher noch jemand ernst

    LG Denise

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. JA so geht es mir auch xD
      Organisation ist nicht mein zweiter Vorname :D Eindeutig nicht :D

      Löschen
  2. Echt toller Beitrag Anna. Mir fällt es auch manchmal schwer alles so in Szene zu setzen, dass es auch passt. Habe viele Bücher gelesen, aber noch nicht alle rezensiert, weil mir manchmal echt nichts passendes einfiel, wie ich es rüberbringen soll. Deshalb lasse ich mir dann länger Zeit bis ich was on stellen endgültig. Wenn man noch einen stressigen Alltag hat vom Beruflichen und Privaten her, kommt das, was man liebt, wie das Bloggen leider zu kurz :-(

    Mach bitte weiter so mit deinem Blog und deiner FB-Seite. Finde beide richtig toll. lg Bella

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. So geht es mir auch. Manchmal fallen einem einfach nicht die richtigen Worte oder Gedanken ein, um einem Buch gerecht zu werden.

      Genauso ist es mit den Fotos. Mal klappt es super, mal gar nicht :D
      Leider die Wahrheit :3

      Ich finds super, dass du drüber nachdenkst, bevor du etwas online stellst, so sollte es sein.
      Und das mit dem Alltag kenn ich nur zu gut xo hoffentlich hast du bald ein bisschen Luft und du kannst wieder entspannter an die Sache rangehen ♥

      Und großes Dankeschön ♥♥

      Löschen
  3. Toller Beitrag und so wahr! Du sprichst mir aus der Seele. :)
    Es gibt so viele tolle Blogs, da frage ich mich oft: Wie machen die das nur? ;) Ich habe großen Respekt vor den Bloggern, die so toll organisiert sind.
    Aber mit einem Vollzeitjob, Kindern etc. ist das ja auch nicht so einfach. Hauptsache es macht Spaß und kommt von Herzen. :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. GENAU. Du sagst es. Bloggen sollte immer Spaß machen und mit Freude verbunden sein. wie sonst vermittelt man den Anderen, dass Lesen toll ist? ♥
      Und die ganzen Fotos bestehen meistens aus Tränen, Schweiß und Verzweiflung :D Wie man sieht.

      Ich zieh den Hut vor dir, dass du das alles so managen kannst :D Studium und bloggen ist schon anstrengend...und dann auch noch ein Kind...das ist wahnsinn!

      Löschen